Gewinn oder Verlust - Die Richtung bestimmst Du

Aktualisiert: 23. Dez 2019

Die Richtung bestimmst du und das bereits ab dem ersten Tag. „Lohnt sich das denn überhaupt?“ – diese Frage hörst Du wohl oft, wenn Du von deiner neuen Geschäftsidee erzählst. Und egal ob es sich bei Deiner Idee um Herzensprojekt oder knallharten Geschäftssinn dreht, das Fundament muss stark sein. Deswegen gibt es einige wichtige Faktoren, die du bereits ab dem ersten Tag der Umsetzung beachten solltest. Den auch das liebgewonnene Herzensprojekt überlebt nur so lang wie man es finanzieren kann.


Bevor man überhaupt die erste Ware beim neuen Hersteller bestellt, ist es wichtig, eine gute Kalkulation aufzusetzen. Den nichts ist schlimmer als sich über die ersten Verkäufe zu freuen, um dann zu merken, dass man eigentlich ein Minus Geschäft aufbaut. Ohne diese Kalkulation kannst Du keine valide Aussage treffen über verfügbares Budget. Also zum Beispiel wie viel % meines Umsatzes oder meines Gewinns kann ich an Marketing ausgeben. Aber auch andersherum ist die Kalkulation super hilfreich. An welchen Schrauben kann ich noch drehen, um mögliche Kosten zu sparen oder Umsätze zu steigern. Auch wenn Du kein BWL-Studium hinter dir hast, lass dir eins gesagt sein: es ist keine Raketen Wissenschaft. Aber es ist wichtig sich auch mit diesem eher weniger spannenden Thema auseinanderzusetzen. Ein Pilot hebt schließlich auch erst ab nachdem das Flugzeug geprüft wurde. Also lass uns sicherstellen, dass wir eine Bruchlandung verhindern.


Generell unterscheidet man zwischen fixen und variablen Kosten. Fixkosten sind alle Ausgaben, die Du generierst, unabhängig davon wie viel verkaufst. Dazu zählen zum Beispiel die Anschaffungskosten beim Hersteller (EK Preis * gekaufte Einheiten), der Versand der Ware vom Herstellerland zu Dir ins Lager / zu Amazon ins Lager und (wenn du außerhalb der EU einkaufst) der abzuführende Zollbetrag. Ganz schlicht, auch wenn Du noch keine einzige Einheit verkauft hast sind diese Kosten da. Also ganz unabhängig von der Anzahl der verkauften Einheiten. Anders sieht es bei den variablen Kosten aus. Diese entstehen immer im Zusammenhang mit jeder verkauften Einheit. Dazu gehören unter anderen Gebühren an Amazon (Verkaufsprovision, Versand durch Amazon etc.) und Gebühren an Dienstleister (Warenwirtschaft, Rechnungsstellung etc.). Je nachdem mit welchen Services und Tools Du arbeitest, kann die Liste deiner variablen Kosten variieren. Wichtig ist jedoch, dass man immer alle Kosten im Auge behält. Dann gibt es noch den Bereich der Marketing Kosten. Dieser ist wichtig, denn nur Du kannst festlegen, wie viel % deiner Gewinnmarke Du für Marketing einplanen magst. Man hört leider immer wieder Gerüchte, dass 10% ein anzustrebendes Ziel sei. Aber Du entscheidest wie viel % du an Marketing einplanen kannst und möchtest. Nehmen wir an Du kaufst dein Produkt günstig ein, hast sehr geringe variable Kosten und eine Nische auf dem Markt, durch welche ein hoher Verkaufspreis erzielt werden kann. Dann sind dies extrem positiven Faktoren, mit denen Du vielleicht eine Gewinnmarge von 60% erzielen kannst. Wieso solltest Du nun also nur 10% für Marketing einplanen. Um eine Gewinnmarge von 50% zu sichern? Oder vielleicht doch mehr Budget einplanen, um Deine Marke durch extremes Marketing (z.B. Influencer Marketing) bekannt zu machen? Du siehst wo die Reise hingeht. Anbei eine kleine Beispiel Rechnung für ein Sportgerät, welches auf Amazon verkauft werden soll.



Der Artikel wurde im Beispiel mit 1.000 Einheiten beim Hersteller für je 10€ eingekauft. Diese wurden für 1.800€ nach Deutschland verschifft. Zusätzlich musste ein Zollbetrag von 1.500€ gezahlt werden. Dies sind alles Fixkosten, da diese unabhängig von der verkauften Anzahl sind. Wichtig, vergiss nicht die Einführumsatzsteuer! Diese ist hier nicht aufgeführt, da dies ein durchlaufender Posten ist. Dieser wird verglichen mit der zuzahlenden Steuerschuld. Trotzdem muss man das Geld am Anfang erstmal ans Finanzamt zahlen. Beim Bestellen der ersten Ware also dringend beachten und mit einplanen. Der Zoll hat hier jede Menge wissenswertes rund ums Thema Einfuhrumsatzsteuer hinterlegt. Damit zurück zur Beispielrechnung. Hier sind Fixkosten von 11.500€ entstanden. Wenn man das auf die einzelne Einheit runterrechnet, hat jedes Sportgerät 11,50€ gekostet. Zusätzlich entstehen variable Kosten von 10,50€. Als Marketing Budget wurden 15% eingeplant (5,99€ / Einheit). Wenn der Verkäufer den Artikel nun für 39,90€ verkauft und die Marketing Kosten von 15% nicht überschreitet, wird eine Gewinnmarge von 17% erzielt. Mein Beispielverkäufer hat nun eine perfekte Grundlage, um Marketing Kosten einzuplanen (Marketing Plan), Schrauben zur Optimierung der Kosten & Ausgaben zu finden und regelmäßig die Effizienz seiner Marke zu bewerten.



Gerne teilen wir mit Dir eine detailliertere Excel Vorlage zur Berechnung Deiner Gewinnmarge. Damit brauchst Du nicht dein eigenes Excel aufbauen (oder Geld für ein einfaches Tool ausgeben) und sparst wieder Zeit, die Du besser in die nächsten Schritte investieren kannst. Hinterlasse einfach anbei deine E-Mail Adresse und ich sende Dir die Excel Vorlage direkt zu.


Dein LIEVD UP Team





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